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Mir gehört die Rennbahnby: Patricia Wrightsonde | Verlag Jungbrunnen Wien-Munchen 3702651403 3473516953 9783473516957 347339470X 9783473394708 |
135 pages
Exzerpt:
Andy Hoddel stand auf dem Gehsteig der Blunt Street und sah
zu, wie seine Freunde der Reihe nach auf dem Gleitbrett fuhren.
Die Straße war zunächst sanft geneigt, führte aber dann wieder
steil nach oben. Der eine Gehsteig wa r von einer hohen weißen
Mauer gesäumt; auf der gegenüberliegenden Seite drängten sich
alte Villenhäuser dicht aneinander. Die Häuser waren unförmig
und häßlich, immer in Gruppen angeordnet und mit einem lächerlichen
kleinen Vorgarten aufgeputzt. Damit ihre Gleichheit und
bedrückende Häßlichkeit nicht allzu auffällig wurde, hatte man sie
alle in verschiedenen Farben bemalt: in einem häßlichen Blau, in
einem grimmigen Grün, in einem zu Gelb verblichenen Rosa, in
einem Weiß, das grau geworden war. Auf ihren Dächern wucherten
die verrückten Regenschirmskelette der Fernsehantennen.
Es war Samstag nachmittag, und die engen Straßen, die hügelauf,
hügelab Appington Hill durchzogen, dösten ruhig dahin.
Trotzdem mußten die Buben bei jedem Lauf aufpassen, denn immer
wieder bog überraschend ein Auto aus einer Seitengasse. Der
Reihe nach rollten die Buben die Straße hinunter; die Räder ihres
Gleitbretts auf dem Asphalt klangen. Knapp bevor die Blunt
Street wieder hügelan führte, zweigte in einer langen Linkskurve
die Wattle Road ab. Manchmal entschied sich das Gleitbrett für
diese Richtung; manchmal glitt es geradeaus weiter, vorbei am Eingang
zu Beecham Park, der Rennbahn, und auf der anderen Seite
des Hügels ein Stück bergauf. Niemals konnte man die Richtung
vorausbestimmen. Nicht einmal der Fahrer selbst hätte genau voraussagen
können, ob er sich im entscheidenden Augenblick ein we-
nig nach rechts neigen würde, um der Kurve auszuweichen, oder
nach links, um sie in vollem Tempo anzunehmen, den Fahrtwind in
den Ohren und das vibrierende Gleitbrett unter den Füßen. Die
anderen, die oben auf dem Hügel standen, beobachteten den Fahrer
genau und warteten auf diesen entscheidenden Augenblick; jedesmal,
wenn das Brett nach links auswich und aus ihrem Blickfeld
geriet oder geradeaus weiterrumpelte, lachte Andy Hoddel und
quietschte vor Vergnügen. Das war sein Anteil an dem Spiel.

